Schießstand Schmeink - Landesleistungszentrum
Der Sportschützen-Club 95 ist in diesem Jahr zum ersten mal überregional tätig geworden und zwar auf der Landesmeisterschaft Kurzwaffe vom BDS. Stattgefunden hat die Veranstaltung in Bocholt-Spork, ca. 200km von unserem Vereinsschießstand entfernt. Dort befindet sich der Schießstand Schmeink, ein Landesleistungszentrum des BDS, wo auf 2 Schießständen á 6 Bahnen geschossen wird.

Die Erwartungen an diese Veranstaltung waren hoch und wurden im großen und ganzen leider enttäuscht. Bei einem Wettbewerb auf Landesebene eines der größten anerkannten Dachverbände hätte man wirklich mehr erwarten können.

Im Vorfeld der Veranstaltung bekamen die Teilnehmer eine Einladung mit ihrem Starttermin und einer Uhrzeit zugesendet und der Bitte, möglichst eine Stunde vorher dort zu sein, um Leerlaufzeiten zu vermeiden. Diese Einladungen wurden pünktlich an die Vereine gesendet und daran gab es auch nichts auszusetzen.

Die Organisation auf dem Schießstand vor Ort hat allerdings sehr zu wünschen übrig gelassen. Zunächst einmal war die Meldestelle versteckt im Obergeschoss des Schießstands und in keinster Weise von außen als solche kenntlich gemacht, also musste man schon das Glück haben, einen wartenden Sportschützen in der angrenzenden Gaststätte danach fragen zu können.

Bei der Anmeldung wurde gesagt, dass die Schützen aus der an den Schießstand angebundenen Gaststätte aufgerufen würden. Doch dieser Aufruf lies auf sich warten. Schützen und andere Personen betraten und verließen zwar hin und wieder willkürlich den Schießstand, aber ein Aufruf nach Name des Schützen geschah nicht. Obwohl die Termine feststanden und die Schießleiter eine detaillierte Liste der Schützen und ihrer Startzeiten zur Hand hatten. Schließlich ergriff man also selbst die Initiative und begab sich auf den Schießstand, um dort mit der Aussage empfangen zu werden, dass man längst hätte schießen können.

Das Schießen selbst verlief mit wenigen Ausnahmen reibungslos. Positiv zu bemerken ist die gute Schallisolierung des Schießstandes, die einen Großteil des Lärms der anderen Schützen absorbiert und so die Konzentration erleichtert. Erschwerend dagegen wirkten sich die Diskussionen der Aufsichten hinter der Reihe der Schützen aus, die zwar selten waren, trotz Gehörschutz aber einfach abgelenkt haben.

Die größte Enttäuschung wartete aber am Ende des komplett geschossenen Durchgangs: Eine Standaufsicht brachte die Aussage, dass die Daumenauflage an den serienmäßigen Griffen des Smith & Wesson 686 Target Champion Revolvers in der 25m Präszision Disziplin verboten sei. Man hätte dieses mal noch Glück gehabt, bräuchte damit aber nicht nochmals anzutreten.

Der Versuch die Aufsicht mündlich auf das aktuelle Sporthandbuch zu verweisen misslang. Erst ein Gespräch mit der verantwortlichen Schießleiterin vor Ort und einer anderen Aufsicht brachte zu Tage, das diese Aussage völlig ungerechtfertigt und falsch ist. Interessierte können dies auch im Kurzwaffenteil des aktuellen Sporthandbuchs unter Kapitel K.3.02. nachlesen. Verboten sind diese Daumenauflagen dagegen beim Mehrdistanzschießen. Dort wird aber explizit auf die Daumenauflage hingewiesen.

Traurig, dass man einer Aufsicht auf einer Landesmeisterschaft die gültigen Regeln erklären muss.
Die böse Daumenauflage
Alles in Allem also eine ziemlich enttäuschende Veranstaltung. Die Bezirksmeisterschaft in Borgholzhausen war wesentlich besser und freundlicher organisiert. Die Schützen wurden besser betreut und die Aufsichten machten einen erheblich kompetenteren Eindruck (Was nicht zuletzt daran gelegen haben könnte, dass sie während des Schießens nicht in einem Campingstuhl hinter den Schützen saßen, wie auf dieser Landesmeisterschaft). Hier besteht also noch deutliches Potenzial zur Verbesserung.

Die Schützen auf einem der zwei Schießstände
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