Landesdelegiertenversammlung BDS 2006

Ein Protokoll der ersten Teilnahme des SSC95 an der diesjährigen LDV in Oberhausen.

In diesem Jahr ist unser Verein zum ersten Mal dem Ruf unseres Dachverbandes zur Landesdelegiertenversammlung des BDS in Oberhausen gefolgt. Um 09:30 Uhr wurden die geladenen Teilnehmer in den Saal "London" der Luise-Albertz-Halle eingelassen. Vorher wurden allerdings die BDS-Ausweise auf vorhandene Jahressichtmarke überprüft und im Anschluss jeweils eine Stimmenkarte pro Teilnehmer verteilt. Der Saal füllte sich schnell und war schließlich etwa zu zwei Dritteln besetzt.
Um 10:04 eröffnete der Präsident des LV4, Horst-Ingo Sebode, die Versammlung und begrüßte alle 94 anwesenden Delegierten. Ohne große Umschweife wurden die Beschlussfähigkeit sowie die Ordnungsmäßigkeit der Einladung festgestellt. Dringlichkeitsanträge gab es keine, nur eine kleine Änderung an der Tagesordnung wurde angesprochen: Der ausgeschriebene Tagesordnungspunkt (TOP) Nr. 11 zur Wahl eines neuen Kassenprüfers war fälschlich in die Liste geraten und sollte daher entfallen. Somit waren die ersten 5 TOP's in kurzer Zeit bearbeitet. Ein Bericht des Vorstandes stand als nächstes auf der Tagesordnung. Eingangsschild Luise-Albertz Halle

Eingang zu Halle Friedrich Gepperth (BDS Präsident) ergriff das Wort und dankte einleitend dem Vorstand und den Delegierten für die hervorragende Zusammenarbeit in der Vergangenheit. In einer seiner rhetorisch erstklassigen und mitreißenden Rede sprach er unter anderem folgende Kernpunkte an:
  • Das Waffengesetz kennt den Begriff "geeignet" im Bezug auf Befürwortungen nicht, sondern spricht von "zugelassen". Sportschützen sollten dies bedenken, wenn sie Waffen eines Kalibers neu beantragen, das sie bereits besitzen. Auch wenn die bereits vorhandenen Waffen zum sportlichen Schießen aus welchen Gründen auch immer nicht "geeignet" sind, so wären sie doch "zugelassen" und stünden somit einem Bedürfnisnachweis evtl. im Wege.
  • Die Bitte, dem Forum Waffenrecht beizutreten. Das Forum vertritt die Lobby der Sportschützen in der Politik und hat dort einen entscheidenden Einfluss. Über Herrn Gepperth als 2. Stellvertreter des FWR-Vorsitzenden kann der BDS seine Belange über das Forum an die Politik herantragen.

Weiterhin berichtete Horst-Ingo Sebode, dass Hans Britz ab sofort als Vollzeitbeschäftigter für Waffenbefürwortungen eingestellt wurde, da viele Anträge in der Regel von schlechter Qualität wären und vieler Nachfragen bedürften. Dieser Aufwand sei nicht mehr ehrenamtlich zu bewältigen. Dies brächte allerdings für die Absender korrekter Anträge den Vorteil, dass diese auf eine Beantwortung nur "zwei Tage" warten bräuchten.

Frau Anja Liebertz ergriff als nächste das Wort und gab einen Überblick über die aktuelle Mitgliedersituation. Stand Oktober 2006 hätte der BDS LV4 ca. 600 Mitglieder Nettozuwachs verbucht und somit insgesamt ca. 6500 Mitglieder, von denen 109 Mitglieder Jugendliche seien. Das Interesse bei den Kurzwaffendisziplinen sei überall steigend, während die Resonanz bei den Langwaffen etwa gleich geblieben sei.

Als nächster TOP stand der Bericht des Kassenprüfers Willi Liebertz auf dem Programm. Seinen Ausführungen zur Folge erwirtschaftete der LV in diesem Jahr einen Jahresüberschuss von 13.000 Euro, von denen allerdings 6.000 Euro auf offene Beiträge aus vergangenen Jahren zurückzuführen sind. Des weiteren ergab eine Steuerprüfung im Zeitraum August 2005 bis April 2006, dass dem LV eine Rückerstattung von 22.000 Euro zu viel gezahlter Steuern zusteht.
"Wir sollten Rücklagen bilden" erläuterte Willi Liebertz weitergehend. Aufgrund der steigenden Mehrwertsteuer und allgemeiner Verteuerungen würden geschätzte Mehrkosten von ca. 14.000 Euro pro Jahr auf den LV zukommen. Aus diesem Grund würde der LV bereits mögliche Einsparungen prüfen, wie z. B. Schießstandwechsel, Einkäufe bei günstigeren Anbietern, etc. Die Mitgliederbeiträge sollen nicht erhöht werden.
Der LV würde jedes Jahr ca. 50.000 bis 65.000 Euro Zuschüsse für Sportveranstaltungen zahlen. Durch die Startgelder wäre keine Veranstaltung kostendeckend zu finanzieren.
Blick auf das Podium und den Vorstand

Auf eine Zwischenfrage, warum die Mitglieder ihre Beiträge nicht an den LV überweisen dürften anstelle sie bei der Veranstaltung bar zahlen zu müssen gab Herr Liebertz folgende Antwort: Es gäbe zu viele Überweisungen die mangelhafte Referenzen aufweisen würden und nicht eindeutig zu den zahlenden Mitgliedern zuzuordnen wären (fehlende Mitgliedsnummer, Veranstaltung, etc.)

Im Anschluss an den Bericht des Schatzmeisters folgten die Ausführungen von Klaus Schwarzer, der an der Kassenprüfung am 25.11.2006 beteiligt war. Seinen Ausführungen zur Folge gab es keine Beanstandungen und die "gesamte Buchführung machte einen professionellen Eindruck". Aus diesem Grund wurde die Entlastung des Vorstandes für 2005 beantragt und einstimmig bewilligt.

Ein kleiner Tumult entstand nahezu, als es um den Ausschluss von Vereinen mit lange überfälligen Zahlungen ging. Alle Vereine hatten in der Vergangenheit nicht auf die Zusendung der Zahlungsaufforderungen reagiert, aber die Post kam auch nicht als unzustellbar deklariert an den BDS zurück. Aus diesem Grund wurden alle bis auf einen Verein einstimmig ausgeschlossen.
Der Vorsitzende des letzten Vereins war anwesend und wollte sich zu dem drohenden Ausschluss äußern. Er versuchte die ausbleibenden Zahlungen dadurch zu begründen, dass die Post nicht an die korrekte juristische Person adressiert gewesen sei, und deswegen nie den Verein erreicht hätte. Die vom BDS verwendete Adresse enthielt einen unwesentlich unterschiedlichen Vereinsnamen, allerdings die korrekte Adresse und auch den richtigen Namen des Vorstandes als Ansprechpartner. Außerdem kam auch von diesem Verein niemals Post als unzustellbar zurück. Als Zahlungsnachweis wollte der betroffene Vorstand einen Überweisungsträger angeben, der allerdings nicht von seiner Bank abgestempelt war. Mehrere Nachforschungen von Seiten des BDS konnten den Zahlungseingang nicht aufdecken und der Vorstand des betroffenen Vereins war offenbar nicht bereit, einen Forschungsauftrag bei seiner Bank zu geben.
Nachdem die Anwesenden Delegierten den immer löcheriger werdenden Argumentationen des beschuldigten Vorstandes kaum noch Aufmerksamkeit schenkten und die Lautstärke immer weiter zunahm, wurde endlich über den Ausschluss abgestimmt: bei 7 Enthaltungen und keinen Gegenstimmen war der Ausschluss rechtskräftig und die beiden anwesenden Mitglieder des betroffenen Vereins mussten den Saal verlassen (und wurden von wütenden Rufen anderer Delegierten hinausbegleitet).

Blick aus dem Foyer Im Anschluss folgten sämtliche anstehende Wahlen für diverse Ämter. Das Ergebnis können alle Interessierten der aktualisierten Vorstandsliste auf der Homepage des LV4 nachlesen.

Den vorletzten TOP bildete eine Beschwerde des Vereins BSG BMV gegen das 15 Schuss Programm bei der BM. Der Verein trug vor, dass leidenschaftliche Langwaffenschützen die Kürzung auf die Hälfte der ursprünglichen Schusszahl nicht nachvollziehen könnten und entsprechend enttäuscht wären. Der Vorstand machte dem Verein keine großen Hoffnungen, sagte aber eine erneute interne Diskussion über dieses Thema zu. Leidenschaftliche Schützen könnten schließlich auch mehr als eine Disziplin schießen, wenn es nur um das Interesse am Langwaffenschießen ginge.

Abschließend kamen wurden unter dem Punkt "Sonstiges" noch einige Kritikpunkte vorgebracht. Mittlerweile waren ca. 3 Stunden ins Land gegangen und die Versammlung ging dem Ende entgegen. Heidi Sebode richtete noch ein paar letzte Worte an alle Anwesenden und danke insbesondere ihren vielen Helfern, die über das vergangene Jahr so viel beigetragen hätten.

Somit ging also die erste Landesdelegiertenversammlung zu Ende und abschließend kann man sagen, dass die Veranstaltung einen sehr positiven Eindruck gemacht hat.


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Eingang zum Saal London